Parental Advisory – Ein Stück Musikgeschichte

08 Mrz

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Das schwarz-weiße Logo „Parental Advisory – Explicit Content“ dient als Warnhinweis für Eltern, um ihre Kinder vor Musik mit Texten zu schützen, deren Inhalt zu eindeutig und explizit ist. Dies bezieht sich besonders auf Texte, in denen Gewalthandlungen sehr deutlich beschrieben oder sogar verherrlicht werden, die stark sexualisierte Inhalte haben, oder die rassistisch, schwulenfeindlich oder frauenfeindlich oder frauenverachtend sind.

Doch gerade die sexuellen Inhalte und die damit verbundene Verachtung von Frauen sind Themen, für die Ghettotech-Musiker und DJs berüchtigt sind.

Entstehung

Das Parental Advisory Logo entstand in den Vereinigten Staaten von Amerika Mitte der 80er Jahre auf Initiative des PMRC (Parents Music Resource Center). Diese gemeinnützige Organisation wurde 1985 gegründet und von konservativ eingestellten Politikern und Prominenten unterstützt. Die PMRC setzte eine Senatsanhörung durch, in deren Folge sich die den Musikmarkt bestimmenden Plattenfirmen dazu verpflichteten, Musik besonders zu kennzeichnen, die als potenziell jugendgefährdend angesehen werden kann.

Da es sich hier jedoch um eine freiwillige Selbstverpflichtung handelt, der sich besonders kleinere Label nicht unterworfen haben, wurde nur ein verschwindend geringer Teil der veröffentlichten Alben mit diesem Label versehen. Dafür traf die Kennzeichnung mit dem Parental Advisory Logo dann so unterschiedliche Künstler wie Madonna, Prince, The Mentors und die 2 Live Crew, doch auch Sheena Easton.

Parental Advisory heute

Das Logo wurde in vielen Ländern als Hinweis für die Eltern übernommen. Allerdings variiert die Umsetzung der Richtlinien von Land zu Land oft sehr stark. Während die Kennzeichnung mit dem Parental Advisory Logo in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien auf freiwilliger Basis erfolgt, ist eine Klassifizierung von kommerziell veröffentlichten Materialien in Deutschland verpflichtend.

Mit der Verbreitung von Downloads ist der Parental Advisory Button bei Online-Händlern wie iTunes und Amazon zu finden, doch auch digitale Musikanbieter wie Vevo kennzeichnen damit entsprechende Songs. ITunes bietet Eltern auch die Möglichkeit, durch bestimmte Einstellungen ihre Kinder davor zu schützen, auf diese Songs Zugriff zu erlangen. Wie wirksam dies allerdings ist, darf bezweifelt werden. Denn oft macht dieser Aufkleber bestimmte Inhalte für Kinder und Jugendliche erst richtig interessant.

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