Studiomonitore im Musikstudio

19 Okt

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Als Mitte der 90er Home-Recording aufkam, waren Boxen, also die „Sound Abhöre“, der Posten, an dem oft zuerst gespart wurde (oder zuletzt investiert wurde). Nicht selten mussten sogar HiFi Boxen für die Sound Ausgabe herhalten. Dabei sind Sudiomonitore im Prozess der Musikproduktion ein wichtiger Baustein. Stimmt die Abhöre nicht, wird auch das beste Arrangement oder Composing nicht funktionieren. Das gilt für Ghettotech genauso wie für Hiphop, Dubstep oder andere Spielarten elektronischer Musik.

Unverfälschte und neutrale Klangwiedergabe

Die Abhöre im Musikstudio soll vor allem eines: den Mix linear, d.h. unverfälscht wiedergeben. Hier unterscheiden sich Studiomonitore wesentlich von HiFi Lautsprecherboxen, die das Klangbild verfremden und darauf ausgelegt sind, subjektiv zu „gefallen“. Studiomonitore müssen Fehler im Mix aufdecken. Wo ist ein Kanal zu leise, wo stimmen die Frequenzen nicht, wo sind gar Übersteuerungen.

Insbesondere gilt das bei laufender Arbeit im Musikstudio, also wenn noch keine Kompressoren oder ähnliche Dynamikbearbeitungen am Mischpult anliegen, so wie sie für den finalen Mix gemacht werden. Das geht nur über ein neutrales Klangbild. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Aktivmonitoren und Passivmonitoren, wobei erstere vor allem für Einsteiger interessant sind, da hier der Verstärker in die Box integriert ist; Box und Verstärker sind i.d.R. optimal abgestimmt.

Positionierung der Boxen

Das sogenannte „Nahfeldmonitoring“ ist meist der erste Schritt zum eigenen Musikstudio; hierbei sind die Lautsprecher nicht weiter als 1,5 m von der Abhörposition entfernt. Vorteil: Der Direktschall überlagert die indirekten Schall Einwirkungen des Raumes; auf eine akustische Raumoptimierung im Tonstudio kann so weitgehend verzichtet werden. Dennoch gilt auch bei Studiomonitoren: Sie müssen passen zum Musikstil.

Wer bei der Musikproduktion basshaltige Stile bevorzugt wie Reggae oder Drum & Bass, der braucht vor allem im Bass Bereich gute Kontrolle; wer eher Elektro Pop macht, der ist gut bedient mit mittenbetonten Boxen wie z.B. die sehr populären Yamaha NS 10M, die in vielen Musikstudios zu finden sind.

Bei der Aufstellung der Studiomonitore ist auf eine akustische Entkopplung zu achten, ebenso wie auf eine gewisse Entfernung zu Wänden oder Ecken des Raums. Regie-Sitz sowie die beiden Stereo Boxen bilden idealweise ein gleichseitiges Dreieck. Die Wahl der richtigen Studioboxen ist also durchaus eine kleine Wissenschaft, und auch Bestandteil entsprechender Tonmeister Ausbildungen.

Dennoch: Viele Musikproduzenten kontrollieren Ihre Mixe zusätzlich über herkömmliche Boxen, schließlich ist der Dance Club nicht der einzige Ort, an dem Musik „stattfindet“ – der private Hörer zu Hause oder im Auto möchte auch bedient werden. In manchen Tonstudios soll aus diesem Grund sogar das gute alte Küchenradio noch als zusätzliche Kontrolle stehen….

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