Booty Music

Wenns schon “Booty Music” heißt….

“Me So Horny”, 2 Live Crew, 1989

USA, Anfang der 90er: Während in Detroit Techno zelebriert wird, feiert man in Chicago House Parties, die moderne Version des Disco Sounds. Hip Hop ist sowieso “Big Thing” überall in den USA. Und in Florida etabliert sich, was bald als Miami Bass ein Markenzeichen werden soll: Basslastiger Hiphop mit explicit Lyrics. Nicht umsonst auch Booty Bass genannt. “Me So Horny” von 2 Live Crew kriegt deshalb massiv Ärger im prüden USA.

Hip Hop, Miami Bass, House: Melting Pot Detroit

Das alles wird natürlich auch in Detroit wahrgenommen. So bleibt es nicht aus, dass sich die Stile beeinflussen. In den Strip Läden der Backstreets, wo lokale DJs ebenfalls auflegen, wird gemixt, was das Zeug hält: Chicago House zu Bässen, gewürzt mit HipHop, sexy angerichtet mit dirty vocals. Und um die Ladies zu schnelleren Bewegungen zu animieren, werden die BPMs immer weiter nach oben geschraubt. 160, 170 BPM sind keine Seltenheit. Are you ready for Ghettotech?

Ghettotech

Gibt es überhaupt eine Geburtsstunde des Ghettotech? Es macht wenig Sinn, einen genauen “Urknall” zeitlich festzumachen, oder eine exakte Definition zu finden. Es ist, wie so oft, eine Entwicklung von musikalischen Subkulturen(en). Die Grenzen, vor allem zwischen Ghettotech oder Miami Bass, sind fliessend. Ghettotech wurde erst zum feststehenden Begriff, als die Welle aus der Stadt schwappte. Irgendwie musste es ja benannt werden. Und selbst das ist nicht wirklich eindeutig: Begriffe und Schreibweisen variieren – von Ghettotec über GetoTek bis hin zu Booty Music.


Aber auch in Detroit selber war Ghettotech zunächst kein feststehender Begriff. Es war “das schnelle Zeug”, die “Mix Show Music”, oder auch einfach nur der “Dance Stuff”.

“Ghettotech was around before all of us, I don’t care what anybody says. It’s a style of DJing […]. They were playing all this techno stuff and mixing it with house and blending all these styles of music. It wasn’t considered ghettotech. They were playing 2 Live Crew with Juan Atkins. It was just Miami bass with techno.” (DJ Nasty im stylusmagazine)

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