Sounddesign-Special

Modernes Sounddesign – Hören Sie Emotionen!

Geräusche umgeben uns ununterbrochen. Aus dem Café schallt Musik, Autos hupen und tausende Schritte hallen durch die Innenstadt. Die meisten Sounds nehmen wir nicht bewusst wahr, sondern verorten sie als Nebengeräusche in einem Mischmasch aus Tönen.

Trotzdem gibt uns jeder einzelne Ton Auskunft über unseren Aufenthaltsort, die Situation, in der wir sind und welche Stimmung wir haben. Denn Klänge werden individuell verarbeitet. Die Musik, die uns an einem Tag nicht auffällt oder gute Laune macht, kann am nächsten Tag störend wirken.

Modernes Sounddesign

Es gibt aber akustische Archetypen, die aus kultureller Prägung und Erfahrungswerten entstanden sind. Diese beeinflussen uns emotional und wirken sich auf unser Verhalten aus. Z.B. lösen quietschende Reifen ein Vorsichtverhalten aus, während sanftes Vogelzwitschern eine friedvolle Atmosphäre vermittelt (außer, Sie hassen Vögel).

Diese typischen Hörmuster gehören zum Arbeitswerkzeug von Sounddesignern. Sie versuchen, durch Klänge Atmosphäre zu schaffen und uns emotional zu beeinflussen. Und die Möglichkeiten, die dem modernen Sounddesign zugrunde liegen, sind enorm. Wir möchten uns diesen großartigen Themenkomplex einmal genauer ansehen und schauen, wie sich das Sounddesign entwickelt hat und wie Sounddesigner heute in den unterschiedlichsten Bereichen arbeiten.

Inhaltverzeichnis:

Was ist Sounddesign?

Der Begriff „Sounddesign“ umfasst ein weites Arbeitsfeld, zu denen folgende Bereiche gehören:

  • Musik
  • Film und Fernsehen
  • Hörspiele und Radio
  • Computerspiele und
  • Corporate Design (unter dem Namen „Corporate Audio“)

Auch in der Industrie übernehmen Sounddesigner wichtige Aufgaben in der Produktgestaltung. Sie erarbeiten z.B. den idealen Sound für Autotüren, Motoren, Kekse, Chipstüten und vieles mehr.

Wir möchten uns auf die Sounderzeugung konzentrieren, die Möglichkeiten von modernen Tonstudios und die Arbeitsweisen von Sounddesignern in Film, Hörspiel, Games und in der Kreation von unverwechselbaren Soundmarken für Unternehmen.

Der Ausdruck „Sound“ umfasst dabei folgende Teilbereiche:

  • Sprache,
  • Geräusche und
  • Musik.

Mithilfe der Gesamtheit dieser Elemente soll eine Atmosphäre geschaffen werden, die die Emotionen und bestimmte Assoziationen weckt. Im Idealfall sollte das Soundkonzept für sich stehen und auch ohne Bewegtbilder verständlich sein.

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Stilbruch als Stilmittel

Einen absichtlichen Stilbruch stellt die Verwendung nur eines Elements dar, entweder Sprache, Geräusch oder Musik. Dadurch wird Irritation erzeugt, die der Zuschauer oder Zuhörer oft im ersten Moment nicht einzuordnen weiß.

Das drastischste Stilmittel stellen geräuschlose Szenen dar. Durch das ungewohnte Nichthören entsteht ein hohes Maß an Aufmerksamkeit.

Ein tonloser Spot von „Care!“ z.B. macht sich dieses Stilmittel zunutze:

Herausstechend aus einem durchschnittlichen Werbeblock mit voller Soundunterlegung. Doch werfen wir einen Blick auf die einzelnen Arbeitsbereiche des Sounddesigns.

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Modernes Musikdesign – Elektronische Musik gestern und heute

Die heutigen Möglichkeiten, Musik künstlich zu erzeugen sind enorm. Und dazu ist nicht immer ein Computer notwendig. Musikdesign beginnt schon im Kleinen, z.B. bei der Verwendung unterschiedlichster Sounds bei E-Gitarren:

Die Töne geben der Musik gezielt eine bestimmte Atmosphäre. Eine gute Erklärung, warum Gitarristen oft ein riesiges Effektboard nutzen. Auch Keyboards und Orgeln bieten ein breites Spektrum an elektronischen Klängen, die immer realitätsnaher werden.

Schauen wir uns an, wie diese Entwicklung in Gang kam.

Schon im 19. Jhd. präsentierten Erfinder elektrisch betriebene Instrumente. Wirklich interessant wurde die Erzeugung künstlicher Töne aber erst ab den 1950er Jahren. Ein bedeutendes, elektronisch erzeugtes Stück, damals noch mit Recorder aufgenommen, ist z.B. die „Dripsody“ von Hugh Le Caine von 1955:

Le Caine nahm das Geräusch eines Wassertropfens auf, veränderte die Tonhöhen und legte zahlreiche Spuren übereinander, so dass „Musik“ entstand.

In den 1950er Jahren begann zudem die Entwicklung der Computermusik. Elektronisch erzeugte Sounds fanden immer mehr Hörer. Zunächst in der Avantgarde, später wurde Elektromusik massentauglich.

Heutzutage ist die Musikszene ohne elektronisch erzeugte Klänge nicht mehr denkbar. Ein Großteil der heutigen Stilrichtungen arbeitet mit Computersamples, z.B.

  • Hip Hop,
  • Minimal,
  • Electropunk,
  • Dancefloor,
  • House
  • Techno

und nicht zuletzt natürlich Ghettotech, das heute in Deutschland beispielsweise durch „Die Atzen“ oder „Schlachthofbronx“ vertreten wird. Aber auch Pop und Rock werden mit Samples hinterlegt.

Und der Vorteil heute: Jeder kann musikalisch experimentieren. Dadurch, dass die Aufnahmetechnik durch Computer extrem vereinfacht wurde, können Musiker an neuen Stilrichtungen oder Mixes arbeiten. Im Studio oder zu Hause. Der Hauptgrund, warum die Musikszene heute so vielfältig wie nie ist.

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Soundprogramme für den PC

Musikproduktion zuhause einfacher als je zuvor

Musik zuhause aufzunehmen, ist heute so einfach wie nie zuvor. Alteingesessene Musiker werden sich erinnern, wie sie in den 70er, 80er und 90ern mit großem Aufwand und komplizierten Aufnahmegeräten Spur für Spur eingespielt haben, um noch einer gefühlten Ewigkeit stolz eine Demokassette in der Hand zu halten.

Der Computer hat alles verändert. Heute nutzt man Recording-Programme, z.B.

  • Cubase,
  • Ableton,
  • Audacity,
  • Protools,
  • Acid Pro,
  • Magix,
  • Logic (Apple) oder
  • GarageBand (Apple),

unter Umständen noch ein Audio Interface für Live-Einspielungen und kann direkt am Computer Aufnahmen in guter Qualität produzieren.

Wer rein elektronische Musik erzeugt, hat es noch einfacher. Tausende von Samples lassen sich direkt downloaden und verwenden. Es bedarf allerdings einiger Übung, wirkliche Klangerlebnisse zu erzeugen. Denn Sounddesign im musikalischen Sinne ist ebenso eine Kunst, wie ein Instrument zu spielen und es bedarf ebenso viel Können. Daher ist es für Musiker, die keine technischen Tüftler sind, oft sinnvoller, sich für eine Profi-Aufnahme im Tonstudio zu entscheiden.

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Professionelle Aufnahme im Tonstudio für Jedermann

Schauen wir zurück ins 19. Jahrhundert. 1860 entstand die erste Tonaufnahme auf einem Phonautographen:

Und jetzt stellen Sie sich vor, wie rasant die Entwicklung seitdem vorangegangen ist. Hier eine kleine Übersicht der wichtigsten Meilensteine hin zur digitalen Aufnahmetechnik:

1877 Edison erfindet den Phonographen
1897 Eröffnung des ersten Tonstudios in Philadelphia
1898 erste elektromagnetische Tonaufzeichnung
1925 erste kommerzielle elektrische Tonaufnahme
1925 erste Mikrofonaufnahme
1929 Beginn der Magnetton-Technik
1948 erste Tonbandaufnahmemaschinen
1951 das erste handliche Tonbandgerät wird verkauft
1950er erste Stereoaufnahmeverfahren
1963 die Compact Cassette wird erfunden
1971 Nutzung des ersten Rauschunterdrückungsverfahren für Kassettengeräte
1979 Philips erfindet die digitale Audiodisc, die Digitalisierung beginnt
1990er erste digitale Recorder und Soundprogramme kommen auf den Markt

Heute sind fast alle Tonstudios mit digitaler Aufnahmetechnik und der neuesten Computersoftware ausgestattet, um gute Sounds zu erzeugen. Nur wenige setzen sich vom allgemeinen Trend ab und nutzen wieder die gute alte Tonbandtechnik, um einen individuellen „Retrosound“ zu erhalten. Denn das modernste ist soundtechnisch nicht immer das Beste 😉

Die Vorteile einer Aufnahme in einem professionellen Tonstudio liegen aber klar auf der Hand:

  • professionelle Aufnahme durch Toningenieure und Musikproduzenten
  • perfekte Schalldämmung
  • hochwertige Aufnahmetechnik und Mikrofone (z.B. Kondensatormikrofone)
  • die Kosten halten sich in Grenzen, wenn man bedenkt, dass man für Aufnahmen zuhause eine Grundausrüstung benötigt

Und das Beste: Heute kann sich jeder in einem Tonstudio einmieten. Die Zeiten, in denen nur professionelle Bands ein echtes Studio von innen sahen und in denen sich Nachwuchsbands die Aufnahmekosten mühsam zusammen sparten, sind vorbei. Durch die wesentlich niedrigeren Produktionskosten computergestützter Aufnahmen sind Tonstudios für jedermann zugänglich geworden.

Wer allerdings eines der großen Studios besuchen möchte, muss immer noch mit hohen Kosten rechnen. Hier wird nämlich auch das Image und das Talent des Toningenieurs oder Produzenten mitbezahlt.

Höchstes Ziel eines Tonstudios ist es nämlich, einen unverwechselbaren Klang zu erzeugen. Nur wenige Studios haben es allerdings geschafft, ein weltweiter Begriff für individuelles Sounddesign zu werden.

Berühmtestes Beispiel: Der Motown-Sound der Tamla Motown Records aus Detroit.

Viele Musikkenner hören allerdings auch bei weniger weltberühmten Studios den ganz eigenen Soundmix oder den Stil des Produzenten heraus. Z.B. ist das Sounddesign von Musikproduzenten wie

  • Quincy Jones,
  • Chet Atkins,
  • Stock Aitken Waterman,
  • Phil Ramone,
  • Trevor Horn,
  • Linda Perry oder
  • David Guetta,

aber auch deutscher Produzenten wie

  • Dieter Bohlen,
  • Michael Cretu und
  • Frank Farian

einzigartig und unverwechselbar.

Für ein perfektes Sounddesign bei Musikaufnahmen ist also nicht nur die technische Ausstattung wichtig. Vor allem das Können des Produzenten ist entscheidend.

Auch im Film zählt die Professionalität und Kreativität des Sounddesigners, denn auch der Soundmix entscheidet über einen Blockbuster oder einen Flop. Schauen wir uns die Aufgaben des Sounddesigners im Film näher an.

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Sounddesign im Film – Bewegten Bildern Seele geben

Sounddesign im Film hat eine lange Tradition. Schon in Stummfilmzeiten wurden Geräusche erzeugt, um Szenarien zu verdeutlichen oder überzeichnen. Die Möglichkeiten waren allerdings noch primitiv. Es wurden Instrumente zur Geräuschdarstellung genutzt, wie z.B. im Meisterwerk seiner Zeit „Metropolis“ (1927) von Fritz Lang:

Es gab also nie wirkliche Stummfilme, nur Filme ohne Sprache. Musik und Geräuscheffekte waren immer vorhanden, um das Publikum zu unterhalten.

Die professionelle Soundherstellung sollte sich aber erst mit Beginn der Tonfilmära entwickeln. Nämlich mit dem berühmten Geräuschemacher Jack Foley, der zwischen den 20er und 60er Jahren an zahlreichen Produktionen beteiligt war. Noch heute werden Sounddesigner, die Geräusche mit natürlichen Mitteln erzeugen, als Foley Artists bezeichnet.

Werfen Sie den Foleys einen Blick über die Schulter:

Anerkannt wurde der Beruf des Sounddesigners aber erst viel später. Genaue Jahreszahlen sind nicht mehr nachvollziehbar. Ein wichtiger Meilenstein war die Veröffentlichung von „Apocalypse now“ 1979. Dieses Meisterwerk wurde unter anderem für seinen, zur damaligen Zeit, spektakulären und mutigen Soundmix berühmt.

Im Video äußert sich Regisseur Francis Ford Coppola zur Entwicklung des Filmsounds:

„Apocalypse now“ stellt einen der Wendepunkte des modernen Sounddesigns dar. Was die besondere Geräuschkulisse ausmacht, erklärt Sounddesigner Walter Murch folgendermaßen:

„[…]we took those realistic sounds and deconstructed them on synthesizers. […]And using a synthesizer we created artificial sounds to mimic the real sound.“

Das Zeitalter der elektronischen Klangerzeugung im Film war endgültig eingeläutet. Vorher wurden in erster Linie Sounds, die in der Realität nicht existieren, mit Synthesizern erzeugt, z.B. die Tie-Fighter in Star Wars.

Die klassischen Geräuschemacher waren in der Vergangenheit wenig geachtet, selbst Jack Foley erschien als Foley Artist niemals in den Credits eines Films. Doch schon seit 1964 vergab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences Oscars für

  • Sound Effects Editing und
  • Best Sound Editing,

allerdings nicht durchgängig. Regulär wird die Auszeichnung erst seit 1989 vergeben.

Nur wenige Regisseure haben Soundeffekte vor den 70er Jahren als wichtiges Stilmittel verwendet, in erster Linie war die Musik entscheidend. Man erinnere sich an die Schlüsselszene in Hitchcocks „Psycho“ (1960), in der das Grauen in erster Linie durch die Musik erzeugt wird. Die Geräuschkulisse wird nachlässig eingesetzt:

Besonders deutlich wird der Unterschied, wenn man die Szene mit der Neuverfilmung aus dem Jahr 1998 vergleicht:

Hier wird allein durch den gurgelnden Abfluss eine beklemmende Atmosphäre erzeugt.

Dem Sound im Film fallen also heute bedeutende Aufgaben in der Filmgestaltung zu, unter anderem

  • die Erzeugung der Atmosphäre,
  • die Orts- und Situationsbestimmung,
  • die Charakterisierung der Protagonisten,
  • den Fokus auf ein bestimmtes Detail zu lenken und
  • ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen.

Zudem werden Soundeffekte und Musik zur Überbrückung kleiner Brüche in der Bildgestaltung eingesetzt.

Eines der berühmtesten Beispiele für perfektes Sounddesign ist die Star Wars-Saga. Schon der erste, 1977 erschienene, Teil (Episode IV) setzte neue Maßstäbe im Science Fiction-Genre. In einer Dokumentation über die spektakuläre Geräuschkulisse von „Star Wars Episode II – Angriff der Klonkrieger“ wird über die Entstehung der ungewöhnlichen Klänge berichtet:

Interessant ist, dass die meisten Filmsounds immer noch auf die klassische Art aufgenommen werden. Natürliche Töne werden gesammelt und technisch verändert, so dass, wie im Fall von Star Wars, außergewöhnliche Weltraum- und Raumschiffgeräusche zustande kommen.

Hier ein schönes Beispiel, wie diese Effekte entstehen und wie sie gemorpht werden:

Gute Sounddesigner haben unvergessliche Momente geschaffen. Versuchen Sie einmal, die Augen zu schließen und den Geräuschen zu lauschen. Sie werden viele auch ohne die Filmszene erkennen.

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Doch warum ist Sounddesign im Film überhaupt notwendig?

Wir leben in einer Zeit, in der technisch alles möglich scheint. Jedes Smartphone hat eine bessere Bild und Tonqualität als die besten Produkte vor 30 Jahren. Alles ist allerdings noch nicht machbar. Ein Grund warum auch in Zukunft der Beruf des Sounddesigners nicht aussterben wird.

Denn die perfekte Tonaufnahme während eines Filmdrehs ist nicht möglich. Dafür gibt es zahlreiche Gründe:

  1. Mikrofone an der Kleidung können schlecht versteckt werden und rascheln bei Bewegung.
  2. Umgebungsgeräusche werden mit aufgenommen. Im Gegensatz zum menschlichen Ohr kann ein Mikrofon keine Töne filtern und sich nicht auf eine Tonquelle fokussieren. Daher: ungeeignet.
  3. Natürliche Umgebungsgeräusche erzeugen in der Aufnahme keine Atmosphäre. Einfach gesagt: Der O-Ton einer Szene ist langweilig.
  4. Besonders in den Genres Sci-Fi und Fantasy werden Klangwelten erschaffen, die in der Realität nicht existieren.
  5. Oft werden Szenen in künstlichen Kulissen gedreht, die entweder keinen eigenen Sound haben oder nicht dem entsprechen, was der Zuschauer später im Film sieht, z.B. bei Holz- oder Plastikkulissen.

Zudem kommt es häufig vor, dass Crewanweisungen in die Szene gerufen werden, z.B. vom Regisseur. Auch diese will niemand im fertigen Film hören. Ein Sounddesigner ist daher für Filme notwendig, um

  • die Klangqualität zu verbessern und
  • den Bildern Charakter zu verleihen.

Da oft auch die Aufnahme der Sprache erschwert ist, werden Filme nachsynchronisiert, fachsprachlich ADR (Automated Dialogue Replacement) genannt. Auch die Koordination dieser Aufgabe gehört im weitesten Sinne zum Sounddesign.

Ein Sounddesigner trägt also eine große Verantwortung. Erzeugt er eine schlechte Geräuschkulisse, kann aus einem guten Film ein Flop werden.

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Sounddesign im Animationsfilm – Neue Klangwelten entstehen

Ganz besonderes Augenmerk auf ein perfektes Sounddesign wird bei Animationsfilmen gelegt. Hier waren die Geräusche immer schon grundlegend für die Szenen, allerdings hat sich die Umsetzung seit der Digitalisierung stark verändert.

Hier z.B. ein Disney-Animationsfilm aus dem Jahre 1936:

Im Vergleich dazu das Sounddesign das Pixar-Hits „WALL-E“, das mit modernster Technik und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt wurde:

Sounddesigner bei „WALL-E“ war übrigens Ben Burtt, der schon in Star Wars ein eigenes Geräuschuniversum erschaffen hat.

Und das ist auch die Aufgabe jedes Sounddesigners in Animationsfilmen. Die Bildspuren sind im Gegensatz zu Realfilmen tonlos. Es muss also eine neue Welt kreiert werden, die vollkommen den Vorstelllungen der Soundverantwortlichen entspringt. Eine besondere Herausforderung, auf die nur wenige Sounddesigner spezialisiert sind.

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Der Sound in Dokus – Wie Natürlichkeit künstlich erzeugt wird

Wenn wir eine Natur-Dokumentation im Fernsehen sehen, gehen wir davon aus, dass das, was wir sehen und hören, echt ist. Für uns ist es selbstverständlich, dass „realen“ Bildern auch natürliche Geräusche zugrunde liegen.

Wie wir schon bei der Analyse von Spielfilmen gesehen haben, stimmt das aber nicht. Und auch bei Dokumentationen werden die Bilder nachträglich mit Geräuschen hinterlegt, die eine vertraute Atmosphäre erzeugen sollen.

Der Grund ist derselbe, wie bei Spielfilmen. Die Geräuschkulisse der Originalaufnahmen ist nicht brauchbar. Würde auf eine Nachbearbeitung verzichtet, wären Dokumentationen nicht halb so spannend und „lebensecht“, wie Sie im Endeffekt erscheinen.

Hier ein kleiner Blick auf Nachvertonung von Dokus:

Es zeigt sich also: Auch eine Dokumentarfilm kommt nicht ohne Sounddesigner aus.

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Soundeffekte im Hörspiel – Was man nicht sieht, muss man hören

Auch Hörspiele nutzen, im Gegensatz zu Hörbüchern, Soundeffekte, um Stimmungen zu erzeugen. Berühmtester Klassiker ist „War of the Worlds“ von Orson Welles, 1938 uraufgeführt.

Hier wurde das erste Mal mit starken Soundeffekten experimentiert. Mit durchschlagendem Erfolg: Einige Zuschauer hielten das Hörspiel für real und riefen panisch beim Sender an.

Ursprünglich für den Rundfunk entwickelt, gilt das Hörspiel auch heute noch als „Königsdisziplin des Radios“, auch für Sounddesigner. Im nur gehörten Stück wird mehr Wert auf die Betonung einzelner, markanter Geräusche gelegt, als im Film. Ein Klangteppich ist normalerweise nicht nötig und auch nicht erwünscht, da für den Zuhörer nur wenige Elemente zur Einschätzung der Situation notwendig sind. Der Sound beschränkt sich daher auf einzelne, deutliche Klangsymbole.

Ein interessantes Projekt von Studenten der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg verdeutlicht die Sound-Prioritäten im Hörspiel:

Zusammenfassend kann man also sagen: Ein Hörspiel benötigt weniger Sound als ein Film, aber eine deutlichere Herausstellung der bestimmenden Geräusche.

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Sounddesign für Computerspiele – Die perfekte Game-Atmosphäre erzeugen

Games haben in den letzten 30 Jahren eine ähnlich rasante Entwicklung erlebt wie Filme und Musik. Dass „Pac Man“ und epische Spiele wie „World of Warcraft“ den gleichen Ursprung haben, ist heute kaum noch zu glauben.

Diese Evolution spiegelt sich auch im Sound der Spiele wider. Vergleichen wir:

Den Sound von Pac Man aus dem Jahre 1980:

Und die Geräuschkulisse von „World of Warcraft“:

Die Qualität des Sounddesigns von Computerspielen unterscheidet sich heute kaum mehr von dem in Filmen. Spiele leben von den imposanten Klängen, die den Spieler in eine eigene Welt ziehen.

Und das gilt nicht nur für Fantasy- und Actionspiele. Das Kultspiel „You don’t know Jack“ z.B. reizt in erster Linie aufgrund seiner skurrilen Geräuschkulisse:

In Computerspielen werden also die gleichen Soundeffekte verwendet, die auch in Filmproduktionen, vor allem in Animationsfilmen, genutzt werden. In einigen Jahren wird man wahrscheinlich keine Unterschiede mehr feststellen können.

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Corporate Audio – Eine hörbare Identität erschaffen

Aber nicht nur die Medien brauchen überzeugende Sounds, um Stimmungen zu erzeugen. Auch die Industrie hat die Wirkung individueller Klanggestaltung von Marken entdeckt. Ein abgestimmtes Sounddesign gehört inzwischen zur Corporate Identity jedes großen Unternehmens.

Das Stichwort heißt „Audiologo“ oder „Soundlogo“, also eine Melodie oder ein Geräusch, an dem man eine Marke eindeutig identifizieren kann. Diese „Hörmarken“ begleiten uns den ganzen Tag, häufig, ohne dass wir es merken. Der Klang setzt sich aber in unserem Unterbewusstsein fest und bleibt mit der Marke assoziiert.

Einige weltbekannte Beispiele:

Das alte und neue BMW-Soundlogo:

Das Audio-Logo von Mercedes:

Der Erkennungssound von LG:

Und das eingängige Sound-Logo von T-Mobile:

Alles Beispiele für ein brillantes Sounddesign. Fast jeder kennt diese Klänge und verbindet Sie nicht nur mit einer Marke, sondern oft auch mit einem Lebensgefühl. So können Audiologos die Kunden auch emotional prägen. Eine Werbestrategie, die äußerst erfolgreich ist. Sounddesignern sei Dank.

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Die Bedeutung des unterbewussten Hörens

Wir haben gesehen (bzw. gehört): Sounds beeinflussen uns, meist unterbewusst, in Musik, Film und Spielen, aber auch in der Werbung. Und wir lassen uns nur zu gern verführen. Denn die Klänge, die in den Medien um uns entstehen, sind geradezu perfekt: Sie machen uns glücklich, traurig oder treiben unseren Puls in die Höhe.

Kurz: Sie entführen uns in eine andere Welt, in die wir, oft gelangweilt vom Alltag, bereitwillig eintauchen. Wir sind gespannt, welche Soundabenteuer uns in Zukunft erwarten, denn zahlreiche Sounddesigner arbeiten Tag für Tag an neuen technischen Entwicklungen, um unser Hörerlebnis zu verbessern. Wir freuen uns schon jetzt darauf!

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Nachfolgend haben wir ausgewählte Sound Design Agenturen und Tonstudios für Sie zusammengestellt:

 

Angebot URL Beschreibung
Audisign www.audisign.de Audio-Produktion und Sound Design
Echoplex Sound Berlin www.echoplex-sound.de Musikkomposition, Sounddesign, Audioproduktion und Postproduktion
Dubcity www.dubcity.de Tonstudio und Sounddesign in Bremen
Tonschieber www.tonschieber.com Recording und Mastering im Tonstudio in Stuttgart. Außerdem Bearbeitung von Filmton und Audiodesign.
Audiobits www.audiobits.de Digitale Klangwelten - Corporate Sounddesign, Podcasts, Radiospots und Voice Branding
Tonevolution www.tonevolution.de Musikkomposition & Sounddesign
Manuel Laval Sounddesign www.lavalsound.de Supervising Sounddesigner in Film & Fernsehen
Klangmanufaktur www.klang-manufaktur.de Sounddesign, Location Sound, GEMA-freie Musik
Phantom FX Sound www.phantom-fx.de Special Sounds - Special Effects - Special Noises - Special Music
Syndrone www.syndrone.de Sounddesign und Musikkomposition für Games, Filme und andere Medien
Klangfee www.klangfee.de Sounddesign mit Schwerpunkt auf Dialogschnitt und Kino- oder Fernsehmischung
Tagirijus / Manuel Senfft www.tagirijus.de Komponist und Sounddesigner
Matteo Bohé www.matteobohe.com Musikproduktion, Mastering, Sounddesign
Tim Gössler www.tim-goessler.de Komponist, Sprecher, Sounddesigner
4D Studios www.4d-studios.de Vertonung von Film, TV und Hörspielen. Außerdem Corporate Sounddesign und E-Learning-Angebote.
ad.blip www.adblip.de Audioproduktion für Medien, Corporate Sounds und Digitales Mastering
T&B digital www.tb-digital.de Spezialisten für die Produktion klassischer Musik-CDs. Außerdem Mastering, Konzertmitschnitte und Geräuschaufnahmen
Kame Audio www.kameaudio.com Mixing, Mastering und Re-Amping
Julius Holtz www.juliusholtz.de Composition & Sound Art, Sounddesign
P&P Studios - Audioagentur www.ppstudios.de Radiowerbung, Sounddesign und Audiomarketing
TerraSound www.terrasound.de GEMA-freie Musik, Auftragskomposition und Sounddesign
Soundart Mediagroup www.soundart-mediagroup.de Die Soundart Mediagroup bietet individuelle Gestaltung in den Bereichen Radiowerbung, Sounddesign und Filmvertonung.
Grafix House www.grafix-house.de Unterstützende Soundhintergründe für Websites und Präsentationen

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Kommentare

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One Response to Sounddesign-Special

  1. Tanja says:

    Richtig cooler Artikel! Am beten gefällt mir der vergleich von Pacman und WoW, wobei meiner Meinung nach Pacman das bessere Spiel ist 😉 und Blizzard lieber Filme machen sollte.

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